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Champagne kommt nur aus der Champagne
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Terroir und Ursprungsbezeichnung

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Geschichte des Weinbaugebiets und der Ursprungsbezeichnung Champagne

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Die Appellation Champagne hat ihren Ursprung im Mythos Champagne. Dieser resultiert aus der Verbindung dreier sehr konkreter Vorzüge. Da ist zunächst die Einzigartigkeit des Terroirs, die den Weinen eine ganz eigene Typizität verleiht. Hinzu kommt der Erfindungsreichtum der Winzer der Champagne, die sich auf die Erzeugung von Schaumweinen spezialisiert und diese perfektioniert haben. Und schließlich das Geschick, mit dem es ihnen gelungen ist, dem Champagne weltweites Ansehen und einen elitären Status zu verleihen.

Ein geschichtsträchtiges Terroir

Die Römer liebten den Wein und waren Meister des Weinbaus. Sie erkannten, an welchen Hängen die Reben am besten gediehen, welche Böden optimal entwässert wurden, welche Lagen von der Sonne verwöhnt wurden und sie wählten Rebsorten, die den klimatischen Bedingungen gewachsen waren.

Auf die römischen Patrizier folgten die Bischöfe. Der Erzbischof von Reims sowie die großen Abteien in Hautvillers, Saint-Thierry und Reims (Saint-Remi und Saint-Nicaise) besaßen imposante Weingüter, auf denen die Anbaumethoden und das Wissen um die Weinbereitung weiterentwickelt wurden.

Im Mittelalter zeigten die Weine der Champagne aufgrund des unvollständig vergorenen Mostes von Natur aus eine leichte, vorübergehende Schaumbildung. Die sehr hellen Rot- oder Weißweine hatten bereits eine äußerst markante Persönlichkeit: Sie waren lebhaft, leicht, von heller Farbe und geringer Süße. Sie zeigten die ganz besondere Typizität, die ihnen das relativ weit nördlich gelegene Anbaugebiet mit seinem kreidigen Untergrund verlieh.

Die Weinberge wurden in Gruppenpflanzungen angelegt, und die zahlreichen dort anfallenden Arbeiten bestimmten den Ablauf des Weinjahres. Der Rebschnitt wurde bereits als Gründungsakt des Weinbaus betrachtet und das Rebmesser als Symbol des Berufsstands.

Die Genialität der Weinerzeuger der Champagne

Die Assemblage

Die Mönche stellten schon immer Verschnitte her, indem sie die Beeren verschiedener Rebsorten und Parzellen, die von den Winzern als Zehnt abgeliefert wurden, zusammen kelterten.

Ein Cellerar wie etwa der berühmte Dom Pérignon der Abtei Hautvillers machte den Verschnitt zu einer wahren Kunst. Die Mönche wählten Beeren unterschiedlicher Herkunft aus, um ausgewogenere Weine zu erzielen.

Später verschnitten die Champagnerhäuser Weine unterschiedlicher Rebsorten, unterschiedlicher Lagen und sogar unterschiedlicher Jahrgänge, um die Vielfalt, die das Terroir der Champagne bietet, zu nutzen und Resultate zu erzielen, die die Summe der Qualitäten der einzelnen Weine übersteigen.

Mit der Assemblage gelang es ihnen, harmonischere Weine zu kreieren. Vor

allem aber konnten sie dadurch die Typizität, den Geschmack und die Qualität der Weine kontrollieren. Zu einer Zeit, als die Launen der Natur noch sehr ausgeprägt waren, kam dies einer Revolution gleich.

Die Weißkelterung

Historisch gesehen waren die beiden in der Champagne vorherrschenden Rebsorten der Gouais, der hauptsächlich in der Montagne angebaut wurde und rote Weine hervorbrachte, und der Fromenteau mit hellen Beeren von rosafarbenem Grau, der klare Weißweine hervorbrachte und hauptsächlich in der Rivière angebaut wurde.

Diese Weißweine, die aus der ersten Pressung gewonnen wurden, damit der Wein keine rote Färbung annahm, galten als „hell, vibrierend, stark, fein, frisch, köstlich auf der Zunge“ und wurden somit bereits für ihr natürliches Perlen geschätzt.

Ab dem 14. Jahrhundert änderte sich der Geschmack der Kunden, die nunmehr Weißweine mit kräftigerer Farbe oder blasse, helle Rotweine, die „Clairets“, bevorzugten. Durch diese neue Mode rückte mit Aÿ eine Lage im Vallée de la Marne in den Vordergrund, die vorübergehend zur Bezeichnung aller Weine der Rivière verwendet wurde. Mitte des 16. Jahrhunderts wurden die Weine der gesamten Champagne von diesem Erfolg erfasst. Um ihre Weine weiter zu perfektionieren, begannen die Winzer der Rivière damit, aus einer neuen Rebsorte von höherer Qualität, dem Pinot Noir, einen „Vin gris“ zu erzeugen. Eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang wurde mit der Lese der Beeren begonnen, die gegen 9.00 oder 10.00 Uhr endete. Dann folgte eine langsame Kelterung, bei der keine Farbe an den Most der ersten Pressung abgegeben wurde, um einen sehr weißen Wein mit viel Strahlkraft und guter Lagerfähigkeit zu erzeugen.

Der Schaumwein aus der Champagne

Der Höhenflug des Mythos Champagne setzte mit dem dritten Geniestreich der Weinproduzenten der Champagne ein, nämlich mit der kontrollierten Erzeugung von Schaumweinen. Anfangs gab es wohl einen lokal ausgebauten Schaumwein, den „Tocane“ aus Aÿ. Dabei handelte es sich um einen traditionell vergorenen Wein, der für seinen hohen Säuregehalt berüchtigt, doch gegen 1675 sehr erfolgreich war.

Diese Begeisterung führte dazu, dass immer mehr Häuser einen Teil ihrer Weine als Schaumwein ausbauten, ohne dass sie zu dieser Zeit wirklich wussten, wie die Schaumbildung auszulösen und dann zu steuern war.

Damals wurde die Erfahrung gemacht, dass sich Schaumwein bildet, wenn der Wein von der Lese bis zum Mai in Flaschen abgefüllt wird. Während einer Übergangsphase, die bis in die 1730er-Jahre reichte, wurde die Erzeugung von Schaumwein noch unzureichend beherrscht und war sauren Weinen vorbehalten, Blancs de Blancs, deren natürliche Gärung wesentlich ausgeprägter war. Dann wurde anhand von Beobachtungen festgestellt, dass sich aus Vin gris ebenfalls Schaumwein herstellen ließ, wenn er beim ersten Neumond im März nach der Lese in Flaschen abgefüllt wurde.

Die Schaumweinproduktion konnte in der Anfangszeit noch nicht gesteuert werden, unterlag starken Schwankungen und verursachte hohe Verluste. Es mussten Flaschen aus dickerem Glas entwickelt werden, die dem hohen Druck standhielten. Anschließend wurden die Holzverschlüsse durch Korken ersetzt, um Druckverluste oder das Austreten von Wein zu verhindern. Und seit 1730 wurde immer weiter daran gearbeitet, die Flaschengärung zu optimieren.

Weitere Infos zur Schaumbildung

Das hohe Ansehen der Weine der Champagne

Chlodwigs Taufe in Reims war die Geburtsstunde des Frankenreichs. Daher wurde der Wein der Champagne zunächst stark mit dem König und dem Adel assoziiert. Anschließend wurde er zum Wein der Königskrönung und zum „Wein der Könige“.

Als die Weine der Champagne gegen Ende des 17. Jahrhunderts zu Schaumweinen wurden, hatten sie sofort Erfolg bei den gekrönten Häuptern, beim Adel und beim reichen Bürgertum. Seit dem frühen 19. Jahrhundert unternahmen die Champagnerhäuser Anstrengungen, den Champagne in den Adelskreisen aller Welt bekannt zu machen. Ihre zum Teil gefahrvollen und sehr abenteuerlichen Reisen führten sie beispielsweise nach Russland und in die Vereinigten Staaten. 

Champagne war der Repräsentant der französischen Kultur, der freiheitlichen Ideen, des französischen Geistes. Während des gesamten 19. Jahrhunderts, dem Zeitalter rauschender Feste, verstärkte sich seine Ausstrahlung in neue, stets sehr elitäre Kreise. Champagne galt als Wein für heitere, festliche Stunden. Und der Mythos setzte sich im frühen 20. Jahrhundert fort: mit der Belle Époque, dem goldenen Zeitalter des Champagne und dann mit den Goldenen Zwanzigern.

 

Somit war der Mythos Champagne bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgesprochen mächtig: Champagne war auf der ganzen Welt bekannt und DER Wein für festliche Anlässe. Die Identität des Champagne war somit begründet. Und die Bezeichnung Champagne sollte bald alle Weine der Region vereinen und war bereits Gegenstand einer ersten Anerkennung durch die Gerichte.